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Kooperationsklasse an der LFR

Schulische Integration und Kooperation an der LFR –
die Zusammenarbeit der Klasse 7c und der Außenklasse AO 7

Seit dem Schuljahr 2009/10 wird eine Klasse der Opens external link in new windowEduard-Spranger-Schule, einer Schule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche, an der Leopold-Feigenbutz-Realschule unterrichtet. Diese so genannte Außenklasse arbeitet eng mit ihrer Partnerklasse der LFR zusammen. Die Kooperation findet vor allem in Fächern wie Kunst, Musik, Religion, Theater, EWG, NWA und Sport statt. Die Klassenlehrerstunde und die 3 Projektwochen im Schuljahr werden immer gemeinsam gestaltet. Ausflüge, Lerngänge, Aufführungen und Feiern werden zusammen durchgeführt. Höhepunkt im letzten Schuljahr war der gemeinsame Landschulheimaufenthalt in Balingen.

Die Außenklasse

  • ist eine Klasse der Eduard-Spranger-Schule Oberderdingen (Schule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche)
  • wird momentan von 5 SchülerInnen (1 Mädchen, 4 Jungen) im Alter zwischen 12 und 13 Jahren besucht
  • alle SchülerInnen haben eine geistige Behinderung und werden nach dem Bildungsplan der Schule für Geistigbehinderte unterrichtet
  • die Klasse wird von 2 Sonderpädagoginnen geführt und von einer jungen Frau im Freiwilligen Sozialen Jahr unterstützt

Die Kooperations- bzw. Partnerklasse

  • ist eine Klasse der Leopold-Feigenbutz-Realschule Oberderdingen
  • wird momentan von 21 SchülerInnen (13 Mädchen, 8 Jungen) im Alter zwischen 12 und 13 Jahren besucht
  • die SchülerInnen werden nach dem Bildungsplan für Realschulen unterrichtet
  • die SchülerInnen werden neben der Klassenlehrerin (momentan: Klassenlehrerstunde, Musik und Englisch) im Fachunterricht von verschiedenen RealschullehrerInnen unterrichtet

Der gemeinsame Unterricht
Der Kooperationsunterricht findet grundsätzlich mit einem Lehrerteam statt (RealschullehrerIn + SonderschullehrerIn). In der 5. Klasse wurden 9 Stunden in der Woche gemeinsam unterrichtet. In der 6. Klasse waren es 7 Wochenstunden. Im laufenden Schuljahr werden ebenfalls 7 Stunden gemeinsam gestaltet. Dazu kommen Kooperationsstunden bei geeigneten Themen in NWA (z.B. Thema „Pubertät“) und EWG (z.B. Thema „Mittelalter“) sowie der Unterricht während der 3 Projektwochen im Schuljahr. 

Der gemeinsame Unterricht ist blau makiert

Räumliche Bedingungen
Die beiden Klassen haben jeweils ein eigenes Klassenzimmer. Für den Kooperationsunterricht wird entsprechend der jeweiligen Unterrichtsaktivität entweder das Klassenzimmer der 7c, das der AO 7 oder beide (bei Gruppenarbeiten) genutzt.
Die beiden Klassenzimmer grenzen aneinander, so dass die SchülerInnen sich in den 5-Minutenpausen leicht treffen können, auch wenn sie vorher getrennten Unterricht hatten.

Pädagogische Zielsetzungen

  • Erziehung zu sozial kompetentem Handeln
  • Aufbau von gegenseitigem Verständnis, Abbau von Vorurteilen
  • Entwicklung von Toleranz, Rücksichtnahme und Geduld
  • Normalität im Umgang miteinander
  • Lernen, eigene Grenzen zu setzen und Grenzen bei den anderen einzuhalten

Vorteile für die RealschülerInnen:

  • Soziale Fähigkeiten erfahren einen erhöhten Stellenwert. Sie werden stärker berücksichtigt, wahrgenommen und gelobt.
  • kleinerer Klassenverband
  • leistungsschwächere oder schüchterne SchülerInnen sowie SchülerInnen mit „Außenseiterrollen“ fühlen sich oft „aufgefangen“ und weniger ausgegrenzt
  • bessere Akzeptanz von Individualität
  • Lerninhalte werden besser verstanden, indem sie Außenklassenkindern erklärt werden
  • vermehrt handlungsorientierte und anschauliche Unterrichtsmethoden
  • Der Umgang mit Behinderung und behinderten Menschen wird zu etwas Normalem, Berührungsängste werden abgebaut
  • „richtiges Helfen“ wird gelernt (Hilfe zur Selbsthilfe)

Vorteile für die Außenklassenkinder:

  • Lernen durch Nachahmen
  • AußenklassenschülerInnen eifern RealschülerInnen nach
  • Gleichaltrige sind oft die „besseren Lehrer“
  • RealschülerInnen sind sprachliche Vorbilder
  • erweiterte Lerninhalte
  • Singen, Musizieren, Tanzen, Spielen und Turnen macht in der großen Gruppe mehr Spaß
  • Selbständigkeit wird gefordert und gefördert
  • negative Verhaltensweisen werden von den RealschülerInnen bemerkt und bemängelt
  • Rückmeldungen durch Gleichaltrige sind oft sehr wirksam

Bei allen SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen steht fest: Die Zusammenarbeit macht nicht nur Spaß, sondern bringt allen Beteiligten viele Vorteile!

(Text: D. Stürner, Klassenlehrerin der Außenklasse)

Seit dem Schuljahr 2011/12 wird eine weitere Außenklasse der Eduard-Spranger-Schule an der LFR Oberderdingen unterrichtet. Ähnlich wie bei der obigen Schilderung in Kooperation mit der Klasse 5c.

SchülerInnen erleben Normalität. Sie können sich an den Verhaltensweisen, Interessen, … ihrer Peer-Group orientierenVermittlung eines Menschenbildes, nachdem Vielfalt als Normalität und Chance begriffen wird ---> „Es ist normal, anders zu sein.“ (Paul Coelho)