Letzte Änderungen
DownloadsHome
Projekt Raumfahrt
Elternbeirat (geschützt)
Lehrerbereich (geschützt)
Elternbereich (geschützt)
Unterricht
Inklusion
Gästebuch für Ehemalige
Karl-Fischer-Preis
Termine
-
Titel: Himmelfahrt17.05.
-
5. Gesamtlehrerkonferenz
24.05. 13:00 - 13:30
-
Titel: Pfingstferien26.05. - 10.06.
Lysistrata - eine Aufführung unserer Theater-AG
Die Uhr zeigt sieben Minuten vor Acht. Hinter den langen schwarzen Vorhängen kann man ganz leise das aufgeregte Geplapper der Schauspieler hören. Gut gelaunte und neugierige Augen linsen immer wieder hinter der Bühne hervor. Eine Minute vor Acht. Hans-Martin Vogt zieht die Augenbrauen hoch, streckt den Daumen nach oben und formt mit den Lippen: „Letzte Minute!“. Augenblicklich verschwinden die großen Augen und rot geschminkten Lippen seiner Theater-Schüler hinter den schwarzen Tüchern und es ist still. Dann geht der Vorhang auf.
Von der ersten Sekunde an verkörpern die Schauspieler ihre Charaktere und ziehen damit die ganze Aula der Leopold-Feigenbutz-Realschule in ihren Bann. Gülcan Keles, die die AG zusammen mit Hans-Martin Vogt leitet, ist sich sicher, dass „der Wechsel zwischen Vers und Modern“ dem Stück „Lysistrata“ eine besondere Abwechslung verleiht. Viele witzige Szenen lassen selbst die Schauspieler heimlich schmunzeln, sodass das Publikum förmlich spüren kann, wie die Schüler in ihren Rollen aufblühen.
Besonders lustig geht es hinter den Büschen zu, als der Soldat Kinesias (Mert Coskum) zusammen mit seiner Frau Mhyrinne (Nele Domokos) dort verschwindet. In seiner Not benutzt der Soldat alle Mittel, um seine Frau zurückzugewinnen. Doch diese gibt nicht nach und fordert: „Kinesias, wirst du für den Frieden stimmen?“ Als er laut durch die Aula ruft: „Erst einen Kuss!“, zeigt Nele ihm, dass es ihr ernst um den Krieg zwischen Sparta und Athen ist und lässt Mert allein im Busch zurück. So enttäuscht, dass es authentischer kaum möglich sein kann, hört man den Soldaten: „Mist, jetzt ist sie weg, und ich war SO kurz davor!“
Die Klassenkameraden in der zweiten Reihe des Publikums kringeln sich vor Lachen – nicht nur nach dieser Szene. Und obwohl den Schauspielern auf der Bühne anzusehen ist, dass es ihnen nicht gerade leicht fällt, sich von dem Gelächter ihrer Mitschüler nicht aus dem Konzept bringen zu lassen, gelingt es ihnen, in ihrer Rolle zu bleiben.
Das ist für die Sechstklässlerin Svenja Watzl offensichtlich auch kein Problem. Als eine der Jüngsten in der AG tadelt sie ihre ältere Kollegin Glaucke, nachdem sie diese mit einem Handy erwischt: „Oh mein Gott, Glaucke! Eine 0-190-Nummer? Du wolltest Telefon-Sex haben?!“
Genau wie die Idee mit dem Handy im Alten Griechenland lässt auch ein anderes, wahrscheinlich sogar unbeabsichtigtes Detail den einen oder anderen Zuschauer lächeln: Lässig, wie die 4 Soldaten auf der Bühne auftreten und den totalen Kontrast zu den Frauen darstellen, blitzen ihre karierten Boxershorts über dem Hosenbund. Mindestens genauso modern wie die Boxershorts sind die Rufe der Schüler aus dem Publikum, als „Lysistrata“ ein gutes Ende genommen hat und Hans-Martin Vogt zum Schluss zu seinen Schülern und den mitwirkenden Lehrern auf die Bühne tritt: „HERR VOGT! GEIL WAR`S!“ (Text: Lisa Reiff, Bilder: Hans-Martin Vogt)



